Jorn Jensen          Skulpturen
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Jorn Jensen – Objektkunst



Der Mittelpunkt in Jorn Jensens Arbeitskosmos ist die Metallskulptur.
Priorität und Grundlage hat bei Jensen die Beobachtung und Achtung der Form, analog die Suche nach Reduktion. Quintessenz dieses konsequenten Vorgehens sind filigranste Techniken und ausgefeilte Kreationen illusorischer Gebilde.
Dazu sein Objekt „Kettenreaktion“. (Eisen, Ei, Metallsäule)
Mit dieser Arbeit gelingt es dem Künstler eine rostige schwere Eisenkette dazu zu bringen, dass sie Leichtigkeit simuliert, in die Höhe wächst und dabei gänzlich die physikalische Gesetzmäßigkeit der Schwerkraft aushebelt und organisches (Ei) und nicht organisches (Eisen) irritierend kommunizieren lässt. Und doch war handwerkliche Perfektion nur die Folge, nie Jensens Ziel.

Jensen ist ein von technischen Möglichkeiten besessener Objektkünstler. Ein methodisches Raster seiner Arbeiten zu formulieren ist zum Scheitern verurteilt; dazu ist sein Repertoire zu heterogen.
Ihm geht es nicht um Haptik versus Optik und umgekehrt. Der Künstler schafft Gleichrangigkeit. Er wählt seine Materialien, seine Fundstücke, im Wortsinn, aufgrund ihrer speziellen Aura aus. Es geht um Aufmerksamkeit gegenüber der Sprache der Dinge.

Die montierten, naturgemäß farbarmen Installationen, ergeben qua ihrer Materialeigenschaften ( Eisen, Holz ) eindrucksvolle Effekte, doch da, wo der Künstler Farbe einsetzt, verwandeln sie sich in farbharmonisch frappierende Skulpturen mit Signaleffizienz. Jensen liebt die Raffinesse leuchtender vitaler Farbigkeit.

Der Künstler hat, wie es landläufig heißt, bereits die ganze Welt gesehen. Damit ist er ein Stück näher an fremde Kulturphänomene gerückt. Als ein Kind polyglotter, dänisch-niederländischer Eltern, in Amsterdam geboren und aufgewachsen, gehörte das Reisen zu seiner Biographie.
Wenn einer so weit herumgekommen ist, schleicht sich hin und wieder ein Lächeln ein; denn der Blick auf das Wesentliche ist geschult. Das Lächeln, gezielt und aufmerksam auch auf manches Kunst-Stück übertragen, hat bei Jorn Jensen Tradition.
Skurrilität und Ästhetik laufen bei ihm nie ins Leere.




Ein „Geheimplan“ seiner Objektarbeiten scheinen die Assoziationsangebote. Sie sind Jensens Magie schlechthin.
Die Arbeitstitel, ebenso nachhaltig seine „Ohne Titel“, privilegieren einmal die Sicht auf Zusammenhänge, und ein anderes Mal laden sie den Betrachter zum absoluten Gegenüber ein. Das macht einen additiven Reiz aus.
Einen weiteren Maßstab für das Sehen und Erleben seiner Skulpturen sieht der Objekt-Künstler Jorn Jensen im Zusammenspiel stimmender Lichtwerte und präziser Positionierung.
Seine Objekte sind so konzipiert, dass sie durch ihre unterschiedlichen Größen, mental wirkungsvoll, auch den weiten begehbaren Raum füllen können.





Marise Schreiber, Kunstkritikerin
Rösrath

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